Schwere Brocken im Mindestlohngesetz: Auftraggeberhaftung, Arbeitszeitkonten und Zeiterfassung korrigieren!

„Das Mindestlohngesetz bürdet den Unternehmen schwere Belastungen auf, die viele noch nicht mal ahnen“, warnt Henning Münnecke, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Stade (MIT). „Unseren Unternehmen im Kreis Stade kann es passieren, dass sie nicht mehr flexibel mit ihren Überstundenkonten arbeiten können“, so die Warnung der MIT Stade. Auch würden sie nach dem Gesetzentwurf künftig dafür haften, wenn ihre Subunternehmer und deren Subunternehmer keinen Mindestlohn zahlen.

 „Nicht die festgelegte Lohnuntergrenze von 8,50 Euro ist das eigentliche Problem des Mindestlohngesetzes, sondern die zusätzlichen Bestimmungen, die nicht im Koalitionsvertrag verabredet wurden“, sagt Münnecke und appelliert: „Die Regelungen müssen bis zur Abstimmung im Bundestag am 4. Juli korrigiert werden. Andernfalls droht im Schatten der Euphorie der Fußball-Weltmeisterschaft ein Gesetz beschlossen zu werden, das unsere mittelständischen Unternehmerauch im Kreis Stade massiv belastet.“

Die geplante Auftraggeberhaftung sieht vor, dass ein Unternehmer nicht nur dann zur Rechenschaft gezogen wird, wenn sein Vertragspartner den Mindestlohn nicht zahlt. Er haftet auch für jeden weiteren Subunternehmer in der Kette. „Hier wird der Unternehmer für jemanden verantwortlich gemacht, den er nicht kennt, dessen Bücher er nicht einsehen und den er auch nicht kontrollieren kann. Daraus folgt ein ungeheurer bürokratischer Aufwand und trotzdem bleibt ein unkalkulierbares Risiko“, kritisiert Münnecke.

Zudem fordert die MIT Stade, dass die Arbeitszeitkonten erhalten bleiben müssen. Laut Gesetzesvorlage müssen künftig alle auf einem Arbeitszeitkonto erfassten Überstunden schon nach zwölf Monaten ausgeglichen sein. „Arbeitszeitkonten sind ein wichtiges Flexibilisierungsinstrument für mittelständische Betriebe, die schnell auf Auftragseingänge und saisonale Schwankungen reagieren müssen“, sagt Münnecke. „Ohne Öffnungsklauseln im Mindestlohngesetz ist dieses bedeutende Instrument in Gefahr.“

Mit Sorge blickt die MIT auch auf die vorgesehene Erfassung von Arbeitsstunden, denn die Zeiterfassung wird bei allen Unternehmen – selbst wenn sie gar nicht vom Mindestlohn betroffen sind – erhebliche Bürokratie verursachen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen, die häufig auf Vertrauensarbeitszeit setzen, sind betroffen.

Die MIT Stade hat sich mehrfach gegen einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen und der Lohnfindung unter Beteiligung der Tarifpartner den Vorzug gegeben. „Wenn der politische Mindestlohn nun kommt, so muss er wenigstens für den Mittelstand praktikabel ausgestaltet werden“, sagt Münnecke.

Die Pressemitteilung vom 01.07.2014 zum Download als PDF:
PM MIT Kreisverband Stade – Schwere Brocken im Mindestlohngesetz

Kontakt:

Henning Münnecke (Vorsitzender)
Telefon: 0151 / 165 584 94
E-Mail: hm(at)henning-muennecke.de

Heike Vollmers (stellvertr. Vorsitzende)
Telefon: 04161 / 524 83
E-Mail: hv(at)heike-vollmers.de

Martina Neumann (stellvertr. Vorsitzende)
Telefon: 04141 / 400 233
E-Mail: MN(at)eisen-trabandt.de

Jan-Peter Frenzel (stellvertr. Vorsitzender)
Telefon: 04161 / 740 122
E-Mail: jp.frenzel(at)kfp-ingenieure.de

Beitrag teilen...Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on TumblrPin on PinterestEmail this to someone

Das wird Ihnen auch gefallen...

Schreibe einen Kommentar